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„Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was wäre, wenn Sie gestern nicht nach Hause gekommen wären?“ – Harun Farockis Leben - BRD zeigt eine Gesellschaft, die obsessiv die Verhinderung dieses Szenarios trainiert. Ein kontrastreich montiertes Mosaik aus Schulungsszenen - sei es ein Geburtskurs, das Üben von Gewaltminimierung bei polizeilichen Eingriffen oder das Einstudieren der erotischsten Drehung beim Striptease - verdeutlicht, wie der Ernstfall über dessen Simulation beherrschbar gemacht wird. Oder: wie kontrollgesellschaftliche Maßnahmen das Überleben im Alltag sichern helfen.
(Kinoreal)
Harun Farocki, geboren 1944 in Neutischein, Tschechien. 1966-68 Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, 1974-1984 Redakteur der Zeitschrift Filmkritik. Farocki drehte seit 1966 an die 90 Filme. Seit 2006 ordentlicher Professor an der Akademie für Bildende Künste, Wien.
Filme (Auswahl): Etwas wird sichtbar (1982), Die Schulung (1987), Der Auftritt (1996), Die Bewerbung (1997), Die Schöpfer der Einkaufswelten (2001), Nicht ohne Risiko (2004; Crossing Europe 2005), Memories (2007), Aufschub (2007), Übertragung (2008), Zum Vergleich (2009)
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