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Apnoe

Apnoe

Apnoe beschreibt vordergründig den Tagesablauf einer Familie. Die Protagonisten haben jedoch erhebliche Probleme bei der Bewältigung ihres Alltags. Ihre Handlungen scheinen nicht zielgerichtet, sie wirken absurd. Zudem läuft alles in (alb-)traumartig langsamer Geschwindigkeit ab. Nach kurzer Zeit erschließt sich für den Betrachter der Grund dieses Umstands. Gegenstände entgleiten ihren Benutzern oder machen sich selbstständig. Flüssigkeiten vermischen sich mit dem umgebenden Wasser, aus der Dusche kommt Luft statt

Wasser. Mit Schwerelosigkeit konfrontiert, gerät das Familiengefüge ins Wanken und die

hierarchische Struktur beginnt sich aufzulösen. Tapfer versuchen Vater und Mutter wie gewohnt weiter zu machen.

Apnoe ist dritter Teil einer „Schwerkrafttrilogie“, der die Filme Tomatenköpfe und Dropping Furniture fortsetzt. In ihren Filmen führen Hund & Horn lustvoll und ironisch räumliche Verhältnisse und die Vorstellung von Normalität ad absurdum. Dabei werden Menschen in eine scheinbar alltägliche Ausgangssituation gesetzt, jedoch unter besonderen gravitätischen Vorzeichen. Tomatenköpfe bietet einen absurden Einblick in den Alltag eines rotgesichtigen Paares in einer auf den Kopf gestellten Welt. Aus dieser frühen Arbeit (mit Karo Meiberger) hat sich später die Idee für Dropping Furniture (2008) entwickelt. Hier bilden zwei anfangs leere Zimmer den Schauplatz für eine Choreografie herab fallender Möbel. In Slow Motion wohnen wir dem vandalistischen Akt der Zerstörung einer Wohnung bei. Begleitet von viel dumpfem Hall zerschellen Kronleuchter, Sofa, Sessel eines altmodischen, spießigen Wohnzimmers am Boden. Der Film zeichnet ein symbolisches Bild für den Verlust einer Existenz. Das Thema eines Daseins unter erschwerten Bedingungen wird in Apnoe („Atemstillstand“) variiert. Die Familie hat Schwierigkeiten, Luft zu bekommen – metaphorisch wie real. Wie in einem Aquarium können die Protagonisten gleich exotischen Fischen betrachtet werden, die sich – in ihrem Lebensraum eingeschlossen – den ganzen Tag mit sich selbst beschäftigen. Harald Hund und Julia Stoff (Kuratorin OK)

 

HARALD HUND (geboren 1967 in Grieskirchen, lebt in Wien und Grieskirchen) und PAUL HORN (geboren 1966 in Amstetten, lebt in Wien) arbeiten seit mehreren Jahren im Bereich Video und Film zusammen. Dabei ergänzen sich ihre Interessen und Betätigungsfelder,

was ungewöhnliche Herangehensweisen an das Medium Film betrifft.

HARALD HUND (born in Grieskirchen in 1967, lives in Vienna and Grieskirchen) and PAUL HORN (born in Amstetten in 1966, lives in Vienna) have been working together for several years in the field of video and film. Their interests and activities complement each other, in terms of unusual approaches to the medium of film.

OK Artist in Residence 2011

Harald Hund, Paul Horn

2011
12 Minuten

Drehbuch
Kamera
Viktor Schaider
Ton
Andreas Berger, Andreas Hamza

Produktion

Roland Hablesreiter