Festivalgeschichte: 2025

Don’t give up on Europe – Crossing Europe lässt den europäischen Gedanken hochleben

„Für ein paar Tage im Frühling lebt hier die Idee der Gemeinsamkeit, kommen Filmliebende aus den großen und kleinen Ländern Europas zusammen und demonstrieren die Möglichkeit von Austausch und Verständigung über Differenzen und Grenzen hinweg.“
Alexandra Seitz, epd Film

Von 29. April bis 4. Mai wurde Linz dank der 22. Ausgabe des Crossing Europe Filmfestivals wieder zum europäischen Kino-Hotspot. Rund 100 Filmgäste aus dem In- und Ausland zeigten an sechs abwechslungsreichen Festivaltagen 142 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 42 Ländern.

Die beinahe hochsommerlichen Temperaturen trugen ihren Teil zur großartigen Festivalstimmung bei, die an allen Festivalorten zu spüren war, hielten jedoch das Publikum nicht davon ab, in die Festivalkinos Moviemento, City-Kino und Central zu strömen. Besucher*innen aus allen Altersgruppen beteiligten sich aktiv an Filmgesprächen und ließen das Gefühl eines solidarischen, aufgeschlossenen Europas hochleben. Besonders die Tribute-Gäste Silvia Luzi und Luca Bellino eroberten die Kinoherzen im Sturm.

Im Rahmen der Preisverleihung wurden von den international besetzten Jurys Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von rund € 31.500,- sowie der MIOB New Vision Award (€ 3.000,-) des europäischen Festivalnetzwerks Moving Images – Open Borders vergeben.

Mit rund 14.500 Besucher*innen konnte das Festival 2025 das Niveau des Vorjahres halten – trotz einer etwas geringeren Anzahl an Kinovorstellungen (146 statt 160). Die Nightline fand nur an drei Abenden statt. Die Auslastung konnte somit im Vergleich zu 2024 gesteigert werden. Das Publikum und rund 550 akkreditierte Fachgäste nutzten die Möglichkeit zum niederschwelligen Austausch mit rund 100 Filmgästen aus ganz Europa. Im Sinne eines ausgewogenen Gender-Programmings teilte sich die Regie der Filme folgendermaßen auf: rund 47 % weiblich, rund 36 % männlich, rund 1 % divers, rund 14 % gemischte Co-Regie.

Neben den vier Wettbewerbssektionen (Competition Fiction, Competition Documentary, YAAAS! Competition und Competition Local Artists) waren auch die etablierten Schienen Arbeitswelten („Wegweiser“) Architektur und Gesellschaft („Und was machst du so?“), European Panorama Fiction & Documentary (Highlights der aktuellen Festivalsaison) und Nachtsicht (dem Fantastischen Film verpflichtet) Teil der Programmstruktur. In der Competition Local Artists, die Filmschaffen mit Oberösterreich-Bezug in den Fokus rückt, war dem bildenden Künstler, Umweltaktivisten und Filmemacher Edgar Honetschläger ein Special gewidmet.

Die YAAAS! Jugendschiene ging in die 7. Runde und verzeichnete regen Zulauf. Mit dem Cinema Next Europe Club wurde zum sechsten Mal ein mehrtägiger Filmcampus für eine Gruppe junger österreichischer Filmschaffender angeboten. Talk-Events und weitere Rahmenprogramme rundeten das Festival ab.

Auch 2025 wurden konkrete Schritte für nachhaltige, klimaschonende Festivalarbeit gesetzt, Crossing Europe trug erneut das Label „GreenEvent OÖ“. Die intensive internationale Zusammenarbeit mit unseren Partnerfestivals im europäischen Festivalnetzwerk „Moving Images – Open Borders (MIOB)“ wurde fortgesetzt – unter anderem mit dem Screening der für den MIOB IN SHORTS-Publikumspreis nominierten Kurzfilmen mit anschließendem Voting durch das Linzer Publikum.

Mit Crossing Europe goes gab es in den Wochen und Monaten nach dem Festival noch zahlreiche Gelegenheiten, ausgewählte Filme aus dem Programm 2025 in ganz Österreich im Kino zu erleben, oder Filme früherer Festivaljahre über Online-Kollektionen auf KINO VOD CLUB und filmfriend.at zu Hause nachzusehen.

Fazit: Das Bewusstsein für aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen zählt seit jeher zu den Grundfesten von Crossing Europe. Auch 2025 war das Feiern des jungen europäischen Kinos kein Anlass, die Augen vor der derzeitigen Weltlage zu verschließen, sondern dafür, genau hinzusehen, in Dialog zu treten und den Blick für neue Perspektiven zu schärfen – ganz nach dem Festivalmotto 2025 „Don’t give up on Europe“.
 
Besucher*innen: 14.500
Akkreditierte Fachgäste: 550
Filme: 142
Weltpremieren: 15
Filmländer:  42
Filmgäste: 100
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Jury 2025: HIER
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