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Die Festivaleröffnung 2017

Das Festival beginnt dieses Jahr am Nachmittag des Eröffnungstages (25. April) mit dem Start von Filmen aus allen Programmsektionen, am Abend wird CROSSING EUROPE dann feierlich mit fünf ausgesuchten Filmpremieren eröffnet, die einen repräsentativen Querschnitt durch das heurige Festivalprogramm und die Programmsektionen darstellen – in Anwesenheit von zahlreichen Filmgästen.
Am OK-Platz erstrahlt erstmals auf der Fassade des OK Bürogebäudes die sich über sechs Abende erstreckende Außeninstallation „Nähe*Distanz“ von Christoph Frey und Denise Mair (GewinnerInnen des CROSSING EUROPE | Kunstpreis der Energie AG 2017), und die künstlerische Querung Europas „Europastrasse“ des Fotografen Otto Hainzl startet als Videoinstallation ebenfalls am Eröffnungsabend.
Die Nightline bestreiten ab 22:00 Uhr am OK Deck die Elektropunkrocker CIVIL CIVIC (AU/GB/ES), unterstützt werden sie vom Wiener DJ 7 CITIZEN. 

Rund 160 Spiel- und Dokumentarfilme wird das Programm der 14. Ausgabe von CROSSING EUROPE Filmfestival Linz zählen, das gesellschaftspolitisch-waches und künstlerisch-exzentrisches Filmschaffen in Linz zur Diskussion stellen möchte. Dabei stehen identitätspolitische Fragestellungen im Mittelpunkt – genauso wie die Auseinandersetzung mit den Lebensrealitäten im heutigen Europa, was die fünf Eröffungsfilme deutlich illustrieren. Filmschauplätze sind dabei Länder wie die Türkei, Polen, die Ukraine und Russland sowie Spanien und Frankreich.

CHEZ NOUS / This Is Our Land (FR, BE 2017) - Österreichpremiere
Regie: Lucas Belvaux, 114 min, Verleih in Österreich: Filmladen Filmverleih
Programmsektion: European Panorama Fiction; Weltpremiere: Int. Film Festival Rotterdam 2017 

Dem bekannten Regisseur und Schauspieler Lucas Belvaux gelingt genau am Höhepunkt des realen französischen Präsidentschaftswahlkampfes ein brisantes Politdrama rund um eine allseits geschätzte Krankenpflegerin, die mehr oder weniger ahnungslos in eine Politkarriere stolpert. Überzeugt davon, das Richtige zu tun und sich für ihre Gemeinde, die in den letzten Jahren wirtschaftlich abgebaut hat, einzusetzen, lässt sie sich von einer neuen patriotischen „Bewegung“ zur Kandidatur für das BürgermeisterInnenamt überreden. Dass sich hinter dieser Partei ein geschlossen fremdenfeindliches, nationalistisches und kein soziales Weltbild verbirgt, wird ihr im Verlauf des Films erst nach und nach klar. Letztendlich schafft sie den Absprung und entkommt den Fängen rechtspopulistischer Scharfmacher.

// In Anwesenheit von Lucas Belvaux (Regie) // Der Film läuft auch am 26. April im Rahmen des Festival du Film Francophone Wien. //


RODNYE / Close Relations  (LV, DE, EE, UA 2016) - Österreichpremiere

Regie: Vitaly Mansky, 112 min, Weltvertrieb: Deckert Distribution
Programmsektion: Competition Documentary; Weltpremiere: Karlovy Vary Int. Film Festival 2016

Regisseur Vitaly Mansky ist russischer Staatsbürger, geboren in der Ukraine, als diese noch Teil der UdSSR war, seine Vorfahren stammen aus Polen genauso wie aus Litauen. Dementsprechend verwundert es nicht, dass seine Großfamilie unterschiedliche Zugänge zur derzeitigen politischen Situation in der Ukraine und in Russland pflegt. Mansky macht sich auf die Reise quer durchs Land – vom westlich orientieren Lviv (zu Deutsch Lemberg), nach Odessa, in den von russischen Separatisten dominierten Donbass bis auf die Krim – auf der Suche nach den Gründen für die Eskalation nach Ende der Maidan-Revolution. Dabei gelingt ihm eine fesselnde dokumentarische Familienaufstellung vor dem Hintergrund des schwelenden kriegerischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine.

// In Anwesenheit von Vitaly Mansky (Regie) // 

SŁOŃCE, TO SŁOŃCE MNIE OŚLEPIŁO / The Sun, the Sun Blinded Me (PL, CH 2016) – Österreichpremiere & Tribute-Opener
Regie: Anka und Wilhelm Sasnal, 74 min, Weltvertrieb: balapolis
Programmsektion: Tribute; Weltpremiere: Locarno Int. Film Festival 2016 

Symbolhafte Bilder, eine strenge Bildkomposition, wenig Dialog, zahlreiche Auslassungen und der Rückgriff auf ein tagespolitisches Thema prägen den fünften gemeinsamen Film von Anka und Wilhelm Sasnal. Basierend auf Camus‘ Roman „Der Fremde“ schufen die diesjährigen Tribute-Gäste eine künstlerisch meisterhafte, manchmal fast absurd anmutende, Variation über Themen wie soziale Isolation und Fremdenhass. Die Hauptfigur Rafał fühlt sich fremd in der eigenen Lebenswelt, von außen abgeschottet bleibt er für sich in seinen täglichen Routinen, bis zu einem Wendepunkt, als ein „Fremder“ (in Person eines an den Strand gespülten Flüchtlings) in sein Leben tritt, und er sich entscheiden muss, wie der damit umgeht.

// In Anwesenheit von Anka und Wilhelm Sasnal (Regie) // Details zum diesjährigen Tribute gibt es HIER. //


TEREDDÜT / Clair Obscur (TR, DE, PL, FR 2016) – Österreichpremiere & Spotlight-Opener
Regie: Yeşim Ustaoğlu, 105 min, Weltvertrieb: Beta Cinema, Rechte für Österreich: Real Fiction
Programmsektion: Spotlight; Weltpremiere: Toronto Int. Film Festival 2016

Bei diesem Spielfilm handelt es sich um eine poetische Parallelstudie zweier Frauen unterschiedlicher sozialer Herkunft, die tief in die heutigen Lebenswelten türkischer Frauen blicken lässt, mit all ihren Einschränkungen und Möglichkeiten. Sowohl die mitten im modernen Leben stehende Psychiaterin als auch die zwangsverheiratete junge Hausfrau haben mit „Male Privilege“ zu kämpfen – wenn auch auf verschiedenen Ebenen. Dieser Film macht deutlich, dass das Private auch immer politisch ist.

// In Anwesenheit von Yeşim Ustaoğlu (Regie) //


EL BAR / The Bar (ES 2017) – Österreichpremiere & Nachtsicht-Opener
Regie: Álex de la Iglesia, 102 min, Vertrieb für Österreich: Koch Media
Programmsektion: Nachtsicht; Weltpremiere: Berlinale 2017 – Wettbewerb (außer Konkurrenz)

Die gerade in den europäischen Großstädten steigende Angst vor Terrorismus greift das spanische Regie-Enfant terrible Álex de la Iglesia in seinem aktuellen Werk gekonnt auf und schuf eine temporeiche Tour de Force zwischen Thriller und pechschwarzer Komödie. Mysteriöse Todesfälle zwingen die zusammengewürfelte Gruppe von BarbesucherInnen in eine temporäre Überlebensgemeinschaft, die in einer klaustrophobischen Extremsituation endet, wo Solidarität und Paranoia Hand in Hand gehen.

// Der Film kommt im Rahmen von /slasheinhalb: Filme der NACHTSICHT 2017 von 4. bis 6. Mai im Filmcasino in Wien nochmals zur Aufführung. //