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Resümee – Festivaljahr 2020

In diesem Jahr ist vieles anders. Üblicherweise würde im Resümee der Fokus auf die Festivalwoche gerichtet sein und Zahlen, Fakten und Impressionen von sechs lebendigen Crossing Europe-Festivaltagen präsentiert werden. Der Rückblick 2020 gestaltet sich jedoch aus bekannten Gründen anders und listet die einzelnen Etappen dieses außergewöhnlichen Festivaljahres auf, das unter ganz besonderen Vorzeichen stand, die auch noch 2021 nachwirken werden.

Nach der Corona-bedingten offiziellen Absage von CROSSING EUROPE 2020 am 18. März war intern zuallererst Konsolidierung angesagt – auf organisatorischer, finanzieller und mentaler Ebene. Nach dieser Schrecksekunde wurde jedoch damit begonnen, ein Alternativprogramm in Angriff zu nehmen. Mit Crossing Europe EXTRACTS sollte einer nicht geringen Anzahl an Filmemacher*innen und ihren Arbeiten, die für die abgesagte Festivalausgabe 2020 ausgewählt wurden, doch noch ein Forum geboten werden. Darüber hinaus verstand sich das Alternativprogramm EXTRACTS als Beitrag zur Aufrechterhaltung des filmkulturellen Lebens in Österreich und lud von April bis November 2020 (ursprünglich bis Ende Dezember konzipiert, setzte der zweite Lockdown in Österreich den EXTRACTS leider etwas früher als geplant ein Ende) zu einer Reise quer durch den Filmkontinent Europa ein – digital und physisch.

Canceled, but active! – Zahlen und Fakten zum Festivaljahr 2020

Im offiziellen Programm des abgesagten Festivals 2020 hätten die internationalen Festivalgäste und das heimische Kinopublikum insgesamt 157 ausgewählte Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 47 verschiedenen Ländern erwartet – insgesamt 97 Premieren (13 Weltpremieren, 2 internationale Premiere und 82 Österreich-Premieren).
Davon wurden – ganz im Sinne eines ausgewogenen Gender-Programmings – etwas mehr als die Hälfte (55,41 %), nämlich 87 Arbeiten, von Frauen (mit)inszeniert.
Der Festivaljahrgang 2020, also die 17. Festivalausgabe, hätte insgesamt 178 Filmprogrammplätze und 23 Rahmenprogramme umfasst.
Insgesamt 50 Produktionen wären bei Follow-Up-Screenings, als „Crossing Europe goes …“, in ganz Österreich im Mai und Juni zur Aufführung gekommen.

Erfreulicherweise konnten im Rahmen des Alternativprogramms EXTRACTS knapp 100 lange und kurze Spiel- und Dokumentarfilme aus dem für 2020 geplanten Festivalprogramm doch noch aufgeführt bzw. gesehen werden (zahlreiche Premieren inklusive).

Mit dem Streamingangebot (zehn Festivalfilme als VoD Angebot) und der dreiteiligen Alternativeröffnung auf DORF TV („An Opening“) umfassten die EXTRACTS von April bis November 2020 (inkl. einer von Reihe von physischen Filmevents) insgesamt 69 Filmveranstaltungen, zum einen in Linz (Moviemento Sommerkino, Tribute VALIE EXPORT @ Ars Electronica 2020, Local Artists Shorts im OÖ Kulturquartier, Festivalpremieren im City-Kino von September bis November) und zum anderen bei unseren Partnern in ganz Österreich (Sommerkino Murinsel Graz, Festival Der Neue Heimatfilm Freistadt, /slash filmfestival Wien, Spielboden Dornbirn, Spotlight MARK JENKIN (GB) im Österr. Filmmuseum, DAS Kino Salzburg – weitere Filmvorführungen im Stadtkino Wien und beim Int. Film Festival Innsbruck fielen leider dem zweiten Lockdown zum Opfer.).

Mit den Festivalpreisen „CROSSING EUROPE Innovative Award – Local Artist“ und dem „CREATIVE REGION Music Video Award“ wurden im Rahmen des dreitägigen „Mini-Festivals“ Local Artists Shorts im OÖ Kulturquartier im Oktober 2020 Arbeiten von lokalen Filmschaffenden ausgezeichnet: Das Kollektiv TOTAL REFUSAL für HOW TO DISAPPEAR (AT 2020), Anna Spanlang für das Musikvideo AUTO – KLITCLIQUE (AT 2019) sowie Michael Heindl für STONES (BO/PE/CL/AT 2019) und HARD-HEADED HARMONY (GB/AT 2019).

Fazit: Von April bis November 2020 ist es Festivalleiterin Christine Dollhofer und dem Festivalteam gelungen, wenn auch punktuell und in ungewohnter Form, bei zahlreichen Gelegenheiten Crossing Europe-Festivalatmosphäre zu erzeugen. Die Tatsache, Teile des für 2020 geplanten Programms doch noch zur Aufführung gebracht zu haben sowie das positive Feedback seitens des Publikums, unserer Partner und der Medien lassen uns gestärkt und optimistisch in Richtung Festivaljahrgang 2021 blicken, der uns ohne Frage erneut eine Reihe von Herausforderungen bescheren wird.