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Wettbewerb hoch 3

Je drei Arbeiten aus den Wettbewerbssektionen Competition Fiction, Competition Documentary und Local Artists geben einen ersten Vorgeschmack auf die kommende Festivalausgabe. In weniger als fünf Wochen startet CROSSING EUROPE mit rund 170 Spiel- und Dokumentarfilmen aus ganz Europa in die 15. Runde und lädt zu einer cinephilen Tour durch Europa ein.

Competition Fiction & Competition Documentary

Je elf Österreichpremieren formen die beiden europäischen Wettbewerbe, die thematisch wie formal ein breites Spektrum aufbieten: dysfunktionale Familien, Beziehungen jeglicher Natur auf dem Prüfstand, drastische (Spät)Folgen von Kriegen und totalitären Regimen und brennende soziale wie auch politische Fragen Europas.

HVA VIL FOLK SI / WHAT WILL PEOPLE SAY / WAS WERDEN DIE LEUTE SAGEN (NO, DE, SE 2017; 106 min)
Regie: Iram Haq | Spielfilm
Verleih in Österreich: Polyfilm; Kinostart: 11. Mai

Iram Haq erzählt nach ihrer eigenen Geschichte ein bewegendes Drama über eine Heranwachsende, die zwischen den Kulturen steht. Zuhause gehorcht Nisha strikt den Traditionen und Werten ihrer pakistanischen Familie. Draußen mit ihren Freunden verhält sie sich wie ein ganz normaler norwegischer Teenager. Doch als ihr Vater sie mit ihrem Freund erwischt, kollidieren ihre beiden Welten brutal.

ANTÓNIO UM DOIS TRÊS / ANTONIO ONE TWO THREE (PT, BR 2017; 95 min)
Regie: Leonardo Mouramateus | Spielfilm
Verleih in Österreich: Filmgarten; Kinostart: 4. Mai
In Anwesenheit des Regisseurs

Inspiriert von Dostojewskis Erzählung Weiße Nächte verhandelt Mouramateus in seinem verschmitzten Debütspielfilm Ängste und emotionale Befindlichkeiten der jungen Generation im Europa von heute. In der Anonymität der Großstadt Lissabon treffen drei „twenty-somethings“ aufeinander, wobei die Grenzen zwischen Fantasie und Realität zu verschwimmen scheinen.

SOLDATII. POVESTE DIN FERENTARI / SOLDIERS. A STORY FROM FERENTARI (RO 2017, 119 min) 
Regie: Ivana Mladenovic | Spielfilm | Eröffnungsfilm
In Anwesenheit der Regisseurin und der Produzentin/Spotlight-Gast Ada Solomon

Der Wettbewerbsbeitrag ist auch Teil der heurigen Spotlight-Sektion, die der rumänischen Erfolgsproduzentin Ada Solomon (*1968) gewidmet ist. Für Soldatii. Poveste din Ferentari hat Ada Solomon erneut mit einem „Filmtalent“ erfolgreich zusammengearbeitet, Ivana Mladenovic wurde mit ihrem semi-dokumentarischen Spielfilmdebüt zu den renommierten Festivals in San Sebastián und Toronto eingeladen. Sie erzählt eine moderne schwule Romeo-und-Julia Geschichte zwischen einem Anthropologen und einem Ex-Häftling, angesiedelt im Umfeld der Roma-Community im titelgebenden Viertel Bukarests.

DRUGA STRANA SVEGA / THE OTHER SIDE OF EVERYTHING (RS, FR, Katar 2017; 104 min)
Regie: Mila Turajlić | Dokumentarfilm

In ihrer filmischen Chronik, die beim Toronto Int. Film Festival Weltpremiere feierte, widmet sich die Regisseurin der eigenen Familiengeschichte. Ausgangspunkt ist eine versperrte Tür in einer Belgrader Wohnung, die stellvertretend für den ideologischen Graben steht, der die Familie über Jahrzehnte trennt und auch viel über die Umbrüche, Wunden und die gegenwärtige Verfasstheit der serbischen Gesellschaft erzählt.

OUĂLE LUI TARZAN / TARZAN’S TESTICLES (RO, FR 2017; 107 min)
Regie: Alexandru Solomon | Dokumentarfilm
In Anwesenheit des Regisseurs und der Produzentin/Spotlight-Gast Ada Solomon

Der Wettbewerbsbeitrag ist auch Teil der heurigen Spotlight-Sektion, die der rumänischen Erfolgsproduzentin Ada Solomon (*1968) gewidmet ist. In einer der heute oft „vergessenen“ Region Europas, nämlich in der international nicht anerkannten Schwarzmeerrepublik Abchasien, befindet sich ein von den Sowjets in den 1920ern gegründetes Forschungszentrum, das der Legende nach sich der Erschaffung eines Menschen-Affen-Hybrid verschrieben hatte. Trotz einschneidender politische Umwälzungen und kriegerischer Auseinandersetzungen wird hier bis heute wissenschaftliche Forschung an Affen betrieben.

ZENTRALFLUGHAFEN THF / CENTRAL AIRPORT THF (DE, FR, BR 2018; 97 min)
Regie: Karim Aïnouz | Dokumentarfilm

2000 Geflüchtete sind im geschichtsträchtigen Flughafen Tempelhof in Berlin untergebracht. Seit 2015 dienen einige Hangars als Behelfsunterkunft, trotz der gedrängten Wohnverhältnisse träumen die Menschen dort hoffnungsvoll von einem glücklichen Leben in Europa. ZENTRALFLUGHAFEN THF (Weltpremiere: Berlinale 2018) ist das bildstarke Portrait „einer Stadt in einer Stadt – und zugleich eines von Europa zwischen Utopie und Krise.“ (Berlinale)

Local Artists

Neben originellen Musikvideos, innovativen Experimentalfilmen und aktuellen Kurzfilmproduktionen beeindruckt die lokale Werkschau dieses Jahr mit ausgesuchten dokumentarischen Arbeiten, die u.a. von europäischer Zeitgeschichte (THE EUROPEAN GRANDMA PROJECT) erzählen und sich mit einem alternativen Kulturverein (JEDEM DORF SEIN UNDERGROUND) und einem Underdog-Fußballclub (IMMER WIEDER GEHT DIE SONNE AUF) zweier Prototypen in Sachen Identitätsstiftung annehmen.

IMMER WIEDER GEHT DIE SONNE AUF / AGAIN AND AGAIN THE SUN RISES (AT 2017; 105 min)
Regie: Dominik Thaller (anwesend beim Festival)

Dominik Thaller widmet sein liebevolles Filmportrait dem FC Blau Weiß Linz, dem ersten, von Fans neugegründeten Traditionsverein der österreichischen Fußballgeschichte. Archivmaterial und Interviews mit Wegbegleitern zeichnen die „Entstehung“ nach und veranschaulichen, wie sich der kleine Arbeiterverein nach seiner Auslöschung zurück in den Profifußball kämpfte und für seine couragierten Fans weitum bekannt wurde.

JEDEM DORF SEIN UNDERGROUND / WE BUILT THIS CITY (AT 2018; 80 min)
Regie: Jakob Kubizek (anwesend beim Festival)

Oberösterreich war und ist bekannt für seine freie Kulturszene, die sich auch außerhalb des Zentralraumes rund um Linz und Wels etablieren konnte. Jakob Kubizek – selbst einer der jungen AktivistInnen der Gründungsphase – stellt das Jugendkulturhaus Röda in Steyr und dessen Aufbau in den Mittelpunkt seines neuen Dokumentarfilms und ermöglicht dem Publikum auch ein Wiedersehen mit dem österreichischen Musik-Underground der 1990er Jahre.

THE EUROPEAN GRANDMA PROJECT (AT, IL, GB, IS, IT, TR, BG, GR, RU 2018; 80 min)
Weltpremiere | Eröffnungsfilm
Regie: Alenka Maly, Hadas Neuman, Fleur Nieddu, Anna Ólafsdóttir, Giorgia Polizzi, Berke Soyuer, Desislava Tsoneva, Maria Tzika, Ekaterina Volkova (in Anwesenheit der Regisseurinnen)

Die Linzer Filmemacherin und Schauspielerin Alenka Maly nahm ihre eigene intensive „Gesprächsbeziehung“ mit ihrer Großmutter zum Anlass, um das europäische Oral History-Filmprojekt THE EUROPEAN GRANDMA PROJECT zu realisieren. Neun Großmütter, geboren in den 20er und frühen 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, erzählen darin ihren filmenden Enkelinnen von Krieg, politischen Umwälzungen, Liebe und Alltag zu ihrer Zeit in Europa.