Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Wettbewerb mal 2

Die für die zwei europäischen Wettbewerbssektionen Competition Fiction und Competition Documentary nominierten Filme spannen einen thematisch wie geographisch breiten Bogen quer durch Europa. Zwölf Entdeckungen bietet Competition Fiction  und zehn dokumentarische Positionen zählt Competition Documentary.

// Competition Fiction

Zwölf Filmentdeckungen bietet heuer diese Sektion, zehn Langfilmdebüts und zwei zweite Langfilme. Drei der Wettbewerbsbeiträge erzählen Coming-of-Age Geschichten in verschiedenen Variationen vor atemberaubenden Landschaftskulissen (ANIŞOARA, HJARTASTEINN und PÄEVAD, MIS AJASID SEGADUSSE). Visuell faszinierend ist auch der georgische Beitrag SKHVISI SAKHLI, der das Thema “Displaced Persons” im Abchasien-Konflikt der 1990er aufgreift. Gesellschaftspolitischen Fragestellungen gehen, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise, BEZBOG und SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES nach. “Junge Erwachsene unter Druck” könnte das Überthema zu den anderen sechs Filmen der Sektion lauten: Ob angehende dänische Mediziner kurz vorm Schritt ins “richtige” Leben (I BLODET), der harte Alltag dreier Straßenprostituierte mit gegensätzlichen Lebensträumen (VÂNĂTOARE), oder dysfunktionale familiäre Konstellationen, die die Hauptfiguren zum Handeln zwingen (COMPTE TES BLESSURES, THE LEVELLING, NE GLEDAJ MI U PIJAT, ŠVENTASIS).

Und HIER alle Filme dieser Sektion auf einen Blick.

// Competition Documentary

Der Blick zurück in die jüngere europäische Geschichte steht im Mittelpunkt von drei Wettbewerbsbeiträgen: Robert Kirchhoff geht in DIERA V HLAVE den Spuren des Genozids an den Roma und Sinti während der Nazizeit und des Zweiten Weltkriegs quer durch Europa nach und befragt die „letzten“ Überlebenden, ZeitzeugInnen und VertreterInnen der Nachgeborenen-Generation. Mit Hilfe von Archivaufnahmen und märchenhaften Geschichten wird man in der Animated Documentary KUUN METSÄN KAISA in die Welt der Skoltsamen in Finnisch-Lappland entführt – ein faszinierendes Nomadenvolk, den Sami zuzurechnen, dem nur noch 1000 Menschen zugehörig sind. Einem Thriller ähnlich rekonstruiert der serbische Dokumentarfilm DUBINA DVA die Gräueltaten rund um ein Massaker, das während des Bosnien-Kriegs verübt wurde und vertuscht werden sollte. Auch im Film ZAVTRA MORE steht von Menschen verursachtes Leid im Mittelpunkt – die „selbstgemachte“ Umweltkatastrophe, die um die Jahrtausendwende weite Teile des Aralsees austrocknen ließ, bedroht massiv die Existenz der verbliebenen BewohnerInnen.
Brandaktuelles Polit-Geschehen haben DIL LEYLA und POLÍTICA, MANUAL DE INSTRUCCIONES zum Inhalt – zum einen das Portrait einer jungen kurdischen Bürgermeisterin in der Türkei und zum anderen der Blick hinter die Kulissen der spanischen Podemus-Bewegung. Dass es von gescheiterter Politik oft nur ein kleiner Schritt hin zum Krieg ist, machen zwei andere Filme dieser Sektion besonders schmerzlich deutlich: Vitaly Mansky liefert in einem der diesjährigen Eröffnungsfilme, RODNYE, eine dokumentarische Familienaufstellung vor dem Hintergrund des schwelenden kriegerischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine ab. THE WAR SHOW bietet eine Innensicht auf den grausamen Stellvertreterkrieg in Syrien und das Zerplatzen jeglicher Träume einer ganzen Generation.
Eine unmittelbare Folge dieser Kriege sind Flucht und Migration. Diese Themen spielen auch bei dieser Festivalausgabe eine maßgebliche Rolle – zwei sehr unterschiedliche dokumentarische Positionen finden sich dazu in dieser Wettbewerbssektion: In DE KINDEREN VAN JUF KIET erlebt man eine resolute Volksschullehrerin, die ihren kleinen Schützlingen trotz traumatischer Fluchterfahrungen Lehrstoff und Herzensbildung gleichzeitig beibringen kann. An der Grenze zwischen Realität und Fiktion ist STRANGER IN PARADISE angesiedelt, als Konzeptfilm angelegt werden im Verlauf mehrerer Episoden unterschiedliche Sichtweisen auf das Flüchtlingsthema präsentiert.

Und HIER alle Filme dieser Sektion auf einen Blick.