Medieninformation #7/26
Festivalbilanz 2026
Positive Bilanz: Das 23. Crossing Europe feierte das europäische Kino als Ort der Gemeinschaft
Nach sechs sonnigen, dynamischen Festivaltagen ging das 23. Crossing Europe Filmfestival Linz am 3. Mai erfolgreich zu Ende. Die oberösterreichische Landeshauptstadt wurde einmal mehr zum Schauplatz von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft des europäischen Kinos, mit 133 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen aus 39 Ländern, darunter 13 Welt- und 68 Österreichpremieren. Rund 80 Filmgäste präsentierten ihre aktuellen Arbeiten persönlich in den Festivalkinos Moviemento, City-Kino und Central und traten in direkten Austausch mit dem Publikum, welches sich einmal mehr ausgesprochen interessiert, engagiert und aufgeschlossen zeigte.
Das diesjährige Festivalthema „Family Ties“ zog sich in unterschiedlichsten Variationen durch das gesamte Festivalprogramm und stieß sowohl während der Filmvorstellungen als auch in den darauffolgenden Gesprächen auf positive und mitunter emotionale Resonanz. Neben dem Widerhall höchstpersönlicher Erzählungen war auch der Geist der „europäischen Familie“ im Festivalzentrum rund um den OK Platz und in der ganzen Innenstadt zu spüren: Das Festival präsentierte sich als Ort der Begegnung und Gemeinschaft. Neben den Reaktionen der Kinobesucher*innen machten auch die Medienberichterstattung sowie die Wortspenden auf Eröffnung und Preisverleihung deutlich, dass gesellschaftspolitisches Kino bei Crossing Europe ein unverzichtbares Zuhause hat.
Neben den Filmvorstellungen wurde auch das Rahmenprogramm sehr positiv angenommen, darunter etwa der international besetzte Industry Afternoon, der dieses Jahr erfolgreich seine Fortsetzung fand. Die drei Nightline-Nächte, u.a. in Kooperation mit Linzpride und mit einem Abend im Posthof, waren ebenfalls sehr gut besucht. Die YAAAS! Jugendschiene ging erfolgreich zum achten Mal über die Bühne – mit dem Club YAAAS! um ein niederschwelliges Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene erweitert. Zum zweiten Mal wurde auch eine Vorstellung für Kinder angeboten. Im Rahmen des europäischen Festivalnetzwerks MOVING IMAGES – OPEN BORDERS war Crossing Europe erstmals Host des Lab of Cultural, Creative and Festival Journalism, ein Angebot für sechs junge Kulturjournalist*innen aus ganz Europa. Mit dem Cinema Next Europe Club wurde zum siebten Mal ein mehrtägiger Filmcampus für eine Gruppe junger österreichischer Filmschaffender angeboten.
Im Rahmen der Preisverleihung am 2. Mai wurden von den international besetzten Jurys Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von rund € 27.000,- vergeben, sowie der MIOB New Vision Award (€ 3.000,-) des europäischen Festivalnetzwerks Moving Images – Open Borders. Die Liste der Preisträger*innen finden Sie HIER.
Mit 14.000 Festivalbesucher*innen annähernd das Niveau des Vorjahres
Crossing Europe verzeichnete 2026 rund 14.000 Besucher*innen, darunter rund 500 akkreditierte Fachgäste, und konnte trotz des durchgehend strahlenden Frühlingswetters und den fast hochsommerlichen Temperaturen am Wochenende das Niveau des Vorjahres in etwa halten (im Vergleich 2025: 14.500).
Im Sinne eines ausgewogenen Gender-Programmings teilte sich die Regie der Filme folgendermaßen auf: rund 47 % weiblich, rund 41 % männlich, rund 1 % divers, rund 12 % weiblich/männlich/divers gemischte Co-Regie.
Neben den vier Wettbewerbssektionen (Competition Fiction, Competition Documentary, YAAAS! Competition und Competition Local Artists) waren auch die etablierten Schienen Tribute („Golden Eighties“), Arbeitswelten („Am Limit – und kein Ende“) Architektur und Gesellschaft („Verdrängung und Verdrängtes“), European Panorama Fiction & Documentary (Highlights der aktuellen Festivalsaison) und Nachtsicht (dem Fantastischen Film verpflichtet) Teil der Programmstruktur. In der Programmsektion Local Artists, die Filmschaffen mit Oberösterreich-Bezug in den Fokus rückt, war heuer dem renommierten Künstler*innen-Duo PRINZpod ein Special gewidmet.
Auch 2026 wurden konkrete Schritte für nachhaltige, klimaschonende Festivalarbeit gesetzt, Crossing Europe trug erneut das Label „GreenEvent OÖ“. Im Rahmen der Preisverleihung wurde den Festivalleiter*innen Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler die Urkunde „Green Event Oberösterreich“ von Klimabündnis OÖ-Geschäftsführer Norbert Rainer und Tanja Desgeorges (ebenfalls Klimabündnis OÖ) überreicht.
Blick in Richtung 2027
2026 war, so wie die vergangenen drei Jahre, kein einfaches Jahr für den gesamten Kulturbereich, gerade in Bezug auf die Finanzierung und das gesamtwirtschaftliche Umfeld – so auch für Crossing Europe Filmfestival Linz. Abgesehen von der Tatsache, dass der Organisationsaufwand und die damit verbundenen Kosten in einigen Bereichen Jahr für Jahr inflationsbedingt steigen und somit schwieriger zu stemmen sind, haben das Festival dieses Jahr schon erste Kürzungen seitens einzelner Fördergeber und Partner erreicht, genauso wie Ausfälle bei den Sponsoren. Die diesjährige Ausgabe konnte noch in der geplanten Größe stattfinden, der zukünftige Umfang des Festivals scheint jedoch momentan nicht mehr gesichert. Dass Crossing Europe natürlich nicht aus Österreich, Oberösterreich und Linz wegzudenken ist, zeigen die Erfolge und Stabilität der vergangenen Jahre trotz zahlreicher Herausforderungen. Um die Größe halten zu können wird es aber ein eindeutiges Commitment, idealerweise mit Aussicht auf Mehrjährigkeit, seitens Fördergeber und Partner brauchen. In diesem Zusammenhang wäre die Einführung einer Streamingabgabe – auch Investitionsbeitrag genannt – in Kombination mit einem zweckgebundenen Levy (einer Umlage u.a. für den Bereich der Filmverwertung) ein wichtiger Schritt in die Absicherung von Kinos, Filmfestivals und -verleihfirmen österreichweit.
Themen wie nachhaltige Festivalarbeit und „Fair Pay“ dürfen trotz der fordernden finanziellen Lage nicht ins Abseits geraten und sind nach wie vor oder sogar umso mehr Voraussetzung für die Organisation des Festivals. Kulturarbeit ist Arbeit und verdient faire Entlohnung (zitiert nach IG Kultur Österreich). Abgesehen davon ist Crossing Europe aber kreativ und wendig, und wird sich auch in Zukunft der Herausforderung stellen, ein international ausgerichtetes Kulturevent auf organisatorisch wie inhaltlich hohem Niveau auszurichten.
Crossing Europe goes on!
Die 23. Ausgabe von Crossing Europe ist zu Ende, doch in den kommenden Wochen und Monaten gibt es noch zahlreiche Gelegenheiten, ausgewählte Filme aus dem Festivalprogramm 2026 in ganz Österreich im Kino zu sehen.. Außerdem gibt es die Chance, Filme früherer Festivaljahre zu Hause zu erleben.
Unsere Aufzeichnungen (powered by DORFTV) von Festivalveranstaltungen 2026 (Preisverleihung, fe:male positions.- Der Salon sowie Pressekonferenz) sind in Kürze auf unserer Website abrufbar.
Die ausführliche Presseaussendung finden Sie hier auf dieser Seite. Logo und Festivalsujet sind auf unserer Website verfügbar.
