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Eröffnungsfilme / Opening Films

Das Festival wird am 25. April mit fünf ausgesuchten Filmpremieren eröffnet, die einen repräsentativen Querschnitt durch das heurige Festivalprogramm und die Programmsektionen darstellen – in Anwesenheit von zahlreichen Filmgästen.

Rund 160 Spiel- und Dokumentarfilme wird das Programm der 14. Ausgabe von CROSSING EUROPE Filmfestival Linz zählen, das gesellschaftspolitisch-waches und künstlerisch-exzentrisches Filmschaffen in Linz zur Diskussion stellen möchte. Dabei stehen identitätspolitische Fragestellungen im Mittelpunkt – genauso wie die Auseinandersetzung mit den Lebensrealitäten im heutigen Europa, was die fünf Eröffungsfilme deutlich illustrieren. Filmschauplätze sind dabei Länder wie die Türkei, Polen, die Ukraine und Russland sowie Spanien und Frankreich.

Europäische Zustandsbeschreibungen lassen sich derzeit allzu leicht auf einen Nenner bringen: Angst und Verunsicherung beherrschen unseren Alltag, die mediale Welt und politisches Handeln – genau diese „European Angst“ greifen die fünf auf künstlerischer Ebene sehr verschiedenen Eröffnungsfilme auf, wenn auch in abweichenden Variationen, was die Filminhalte betrifft: Die Angst vor dem Fremden bzw. den Fremden ist bei den Spielfilmen CHEZ NOUS und SŁOŃCE, TO SŁOŃCE MNIE OŚLEPIŁO tonangebend, was in Fremdenfeindlichkeit und Übergriffen endet. Angst vor Terrorangriffen und die damit einhergehende Paranoia werden zum Leitmotiv der schwarzen Thriller-Komödie EL BAR. In TEREDDÜT ist es wiederum die Angst vor gesellschaftlichen Umbrüchen bzw. vor dem Verlust der männlichen Vorherrschaft, die die Heldinnen dieses Spielfilms unterdrücken. Und im Dokumentarfilm RODNYE torpediert ein kriegerischer Konflikt das Vertrauen innerhalb der sogenannten „Keimzelle“ der Gesellschaft, der Familie, und die Angst vor den Folgen des Kriegs (wie etwa sozialer Niedergang, gefallene Söhnen und tagtägliche Gewalt) ist latent spürbar.

Die besondere Qualität dieser fünf Filme besteht jedoch darin, dass sie über den Horizont der Gegenwart bzw. der gegenwärtigen Verfasstheit Europas hinausweisen, d.h. dieser „European Angst“ ist beizukommen, und zwar mit Mitmenschlichkeit, Solidarität und Hoffnung. Es gibt auch in den diesjährigen Eröffnungsfilmen keine Patentrezepte, aber zumindest positive Perspektiven.  

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