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Competition Documentary

Insgesamt zehn dokumentarische Arbeiten umfasst diese Wettbewerbssektion, die einen thematisch wie geographisch breiten Bogen quer durch Europa und darüber hinaus spannt.

Der Blick zurück in die jüngere europäische Geschichte steht im Mittelpunkt von drei Wettbewerbsbeiträgen: Robert Kirchhoff geht in DIERA V HLAVE den Spuren des Genozids an den Roma und Sinti während der Nazizeit und des Zweiten Weltkriegs quer durch Europa nach und befragt die „letzten“ Überlebenden, ZeitzeugInnen und VertreterInnen der Nachgeborenen-Generation. Mit Hilfe von Archivaufnahmen und märchenhaften Geschichten wird man in der Animated Documentary KUUN METSÄN KAISA in die Welt der Skoltsamen in Finnisch-Lappland entführt – ein faszinierendes Nomadenvolk, den Sami zuzurechnen, dem nur noch 1000 Menschen zugehörig sind. Einem Thriller ähnlich rekonstruiert der serbische Dokumentarfilm DUBINA DVA die Gräueltaten rund um ein Massaker, das während des Bosnien-Kriegs verübt wurde und vertuscht werden sollte. Auch im Film ZAVTRA MORE steht von Menschen verursachtes Leid im Mittelpunkt – die „selbstgemachte“ Umweltkatastrophe, die um die Jahrtausendwende weite Teile des Aralsees austrocknen ließ, bedroht massiv die Existenz der verbliebenen BewohnerInnen. Brandaktuelles Polit-Geschehen haben DIL LEYLA und POLÍTICA, MANUAL DE INSTRUCCIONES zum Inhalt – zum einen das Portrait einer jungen kurdischen Bürgermeisterin in der Türkei und zum anderen der Blick hinter die Kulissen der spanischen Podemus-Bewegung. Dass es von gescheiterter Politik oft nur ein kleiner Schritt hin zum Krieg ist, machen zwei andere Filme dieser Sektion besonders schmerzlich deutlich: Vitaly Mansky liefert in einem der diesjährigen Eröffnungsfilme, RODNYE, eine dokumentarische Familienaufstellung vor dem Hintergrund des schwelenden kriegerischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine ab. THE WAR SHOW bietet eine Innensicht auf den grausamen Stellvertreterkrieg in Syrien und das Zerplatzen jeglicher Träume einer ganzen Generation. Eine unmittelbare Folge dieser Kriege sind Flucht und Migration. Diese Themen spielen auch bei dieser Festivalausgabe eine maßgebliche Rolle – zwei sehr unterschiedliche dokumentarische Positionen finden sich dazu in dieser Wettbewerbssektion: In DE KINDEREN VAN JUF KIET erlebt man eine resolute Volksschullehrerin, die ihren kleinen Schützlingen trotz traumatischer Fluchterfahrungen Lehrstoff und Herzensbildung gleichzeitig beibringen kann. An der Grenze zwischen Realität und Fiktion ist STRANGER IN PARADISE angesiedelt, als Konzeptfilm angelegt werden im Verlauf mehrerer Episoden unterschiedliche Sichtweisen auf das Flüchtlingsthema präsentiert.

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