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European Panorama Fiction

Diese Sektion versammelt aktuelle Spielfilme aus ganz Europa. So vielgestaltig wie das europäische Filmschaffen sind auch die 21 filmischen Positionen dieser Sektion -

darunter finden sich in Linz nicht ganz unbekannte Namen wie z.B. CROSSING EUROPE-Preisträgerin 2004, Teona Strugar Mitevska, die sich in ihrem bei der Berlinale uraufgeführten Spielfilm KOGA DENOT NEMASE IME mit dem bis heute unaufgeklärten Tod von fünf mazedonischen Jugendlichen im Jahr 2012 beschäftigt. Als einen weiteren CROSSING EUROPE-Fixstarter kann man das polnische Regie-Enfant terrible Przemysław Wojcieszek bezeichnen, der mit KNIVES OUT eine drastische Bestandsaufnahme der polnischen Gesellschaft liefert. Mit SLAVA kehrt das bulgarische Regie-Duo Kristina Grozeva und Petar Valchanov zurück, die sich mit den fatalen Folgen von Korruption und medialem Drucks auseinandersetzen. Auch Angela Schanelec, bekannte Proponentin der „Berliner Schule“, war bereits in Linz zu Gast und präsentiert ihre neue, in Locarno uraufgeführte Arbeit DER TRAUMHAFTE WEG. Weitere „big names“ in dieser Sektion sind MARSHLAND-Alberto Rodríguez mit EL HOMBRE DE LAS MIL CARAS, Teresa Villaverde mit Colo und Eugène Green mit LE FILS DE JOSEPH – alle drei ebenfalls schon einmal in Linz vertreten – sowie aus Rumänien Adrian Sitaru (FIXEUR), und nicht zu vergessen – Lucas Belvaux, der mit CHEZ NOUS einen hochpolitischen Eröffnungsfilm persönlich vorstellen wird.

Starke, selbstbestimmte Frauen ziehen sich dieses Jahr wie ein roter Faden durch diese Programmsektion: Gleich drei davon tragen den Namen Maria, und sie eint das manchmal doch beschwerliche Streben nach Liebe und Respekt (A DATE FOR MAD MARY, MARÍA (Y LOS DEMÁS), MARIE ET LES NAUFRAGÉS). Auch die beiden weiblichen Hauptfiguren in ANASHIM SHEHEM LO ANI und SZATAN KAZAŁ TAŃCZYĆ haben ihre Ups and Downs, dabei spielen Liebe, Sex und Selbstverwirklichung eine nicht unwesentliche Rolle. Die junge 14-jährige Heldin in SAMEBLOD steht hingegen noch am Beginn ihres Wegs, sie muss sich als Zugehörige der Sami gegen rassistische Vorurteile wehren und will trotzdem ihren Lebenstraum wahr werden lassen. Für Träume oder Selbstverwirklichung ist im Leben von Manana (CHEMI BEDNIERI OJAKHI) schon lange mehr kein Platz, als sie schließlich die Reißleine zieht und ihre nervtötende Sippschaft hinter sich lässt, eröffnen sich ihr neue Perspektiven. Zwei weitere Titel thematisieren die sogenannte Keimzelle der Gesellschaft – die Familie: Im letztjährigen Karlovy Vary-Preisträgerfilm aus Ungarn (ERNELLÁÉK FARKASÉKNÁL) treffen zwei Schwestern samt Anhang unerwartet aufeinander, und innerhalb von einem Tag verwandelt sich eine schicke Budapester Altauwohnung in ein Schlachtfeld der Gefühle. Im belgischen Filmbeitrag HOME wiederum steht die Unfähigkeit der Generationen miteinander kommunizieren zu können im Mittelpunkt.

Auch das omnipräsente Thema Ausländerfeindlichkeit hat sich im Programm niedergeschlagen, mit DIE MIGRANTIGEN und PLATEIA AMERIKIS – zwei sehr gegensätzliche Filme, die jedoch beide ein besonderes Gespür für Milieus und gesellschaftliche Verwerfungen beweisen. Der 21. Titel dieser Sektion, DEADWEIGHT, führt das Publikum hinaus aufs Meer, genauer gesagt auf einen Ozeanfrachter, dessen Mannschaft samt charismatischem Kapitän sich mit einer Ausnahmesituation konfrontiert sieht. 

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